Geboren und keiner wusste, wo der Weg hingeht.
Das Kind, es liegt, es krabbelt, und seht: Es steht!
Das Kind, es konnte schon bald gehen und wuchs so schnell heran,
aus Mädchen werden Frauen, aus einem Jungen wird ein Mann.
Nach der Schule wird es ernst, das erste Geld, die erste Liebe.
Das Schicksal war nicht immer Dein Freund, trug ernste Triebe.
Doch mit dem Alter kam die Weisheit und manche Erkenntnis.
Für Deinen Lebensweg hast Du nun Erklärungen und Verständnis.
Jetzt bist Du fünfundsiebzig und ein Ende ist nicht in Sicht.
Wir hoffen, dass Dein Mut nie in Dir zusammenbricht.
Für uns bist Du ein Lebensquell, strahlst doch an jedem Tag so hell.
Wir freuen uns schon auf unser Alter, kommt es auch für uns zu schnell.
—
Du bist wie ein Wein, Du wirst besser im Alter.
Du warst wie eine Raupe, nun ein wunderbarer Falter.
Du bist wie ein guter Whiskey, gereift im Eichenfass.
Du warst vielleicht mal traurig, jetzt hast Du nur noch Spaß.
Du bist auf dem Weg zur Hundert, aber das ist doch ein jeder.
Dir sieht man es nicht an, als stünden für Dich der Zeiten Räder.
—
Schon ein- und zwei- und schon ein dreiviertel Jahrhundert,
egal, wie viel, für Deine Lebensfreude wirst Du stets bewundert!
—
Die Zahlen sagen, du bist nicht mehr jung.
Dagegen spricht jedoch Dein Schwung,
Dein Lachen und Dein frohes Gemüt.
Bleib immer so, als ob aus Dir die Jugend blüht.
Wir freuen uns, dass die fünfundsiebzig nicht
Deinen Spaß am Leben bricht.
Und in Zukunft wollen wir noch sehen,
wie auch höhere Zahlen an Dir vorrübergehen.
—
Zu Deinen fünfundsiebzig Jahren nun,
sollst Du nicht mehr hetzen, sondern ruh‘n.
Dein Leben lang hast Du fleißig geschafft,
nun ein Leben zwischen Jugend und Alter klafft.
Dieses bringt aber Erfahrungen und schöne Momente,
wir hoffen, dass Du Dich gern erinnerst, nicht abwendest.
Vielleicht bestand das Leben nicht immer nur aus Spaß,
daran denken wir nicht, heben auf die Höhen das Glas!
—
Ein dreiviertel Jahrhundert hast Du nun hinter Dir.
Deshalb kommen wir alle und gratulieren Dir hier.
Du hast fein aufgetafelt, die Torten sehen prächtig aus.
Hoffentlich gefallen die Geschenke Dir, so wie uns der Schmaus.
Ist das Fest dann zu schnell vorbei und gehen alle nach Haus,
freuen sie sich auf ihre 75, ziehen den Gewinn daraus.
—
In der Jugend hat man Träume,
viele zeigen sich als Schäume.
Andere aber sind zum leben da,
man jagt sie daher, Jahr um Jahr.
Hast Du Deine greifen können?
Wollt‘ Dir das Schicksal etwas gönnen?
Erzähl uns von den langen Jahren.
Erzähl uns von des Glücks Gebaren.
In Deinen fünfundsiebzig Lenzen
überschrittest Du so manche Grenzen.
Erzähl uns von den vielen Leuten,
von den Bekannten, von den Meuten.
Ein Leben liegt hinter, ein halbes noch vor Dir.
Komm, setz‘ Dich nur ganz kurz zu mir.
Ich will hören, was die Zeit gelehrt,
damit sich auch mir das Glück zukehrt.
—
Mit einem Alter von einem dreiviertel Jahrhundert
kennst Du die Dinge, bist nicht mehr verwundert.
Du weißt nun, wie und warum die Welt sich dreht,
und warum der eine den, der andere diesen Weg geht.
Du bist immer den Deinen gegangen, keine Frage.
Zähltest dabei weniger die Jahre, eher die Tage.
Und diese sind nun zahlreicher als deine Lenze,
für Spaß und Mut bilden sie keine Grenze.