Mein kleiner Bruder wird siebzig Jahre,
er sitzt vor mir mit schneeweißen Haaren,
doch immer noch er jenem Jungen gleicht,
mit dem ich Mutter gespielt manchen Streich.
In seinem Kopf, da sitzt ihm wohl kaum Kalk
und in seinem Nacken immer noch der Schalk.
—
Der Bruder, der mir alles ist,
der mich im Leben nie vergisst,
auch ich habe ihn nicht vergessen,
denn zum 70. lädt er zum Essen.
Alleine das wären sehr gute Gründe,
dass ich heute auf der Matte stünde,
doch noch mehr tat mir hier winken,
es gibt nämlich auch was zu trinken.
—
Mein Bruder, Du mein Bruder,
mit der Zeit sind wir ergraut,
mein allerliebster Bruder,
sie gerbte Falten in die Haut.
Mein Bruder, Du mein Bruder,
der siebzig Jahre heute zählt,
wärest Du nicht mein Bruder,
ich hätte Dich dazu auserwählt.
—
Die Liebe kennt keine Grenzen,
Geschwistern sowieso nicht,
auch nicht mit siebzig Lenzen,
sie ist’s, die niemals bricht.
Nur einer kann sie brechen,
doch heute bleibt der fern,
einst zahlen wir seine Zeche,
die des Wirtes heute gern.
—
Mein Bruder, Deine Schwester,
die hat sich mitgebracht,
damit Du mit ihr feierst,
Deinen siebzigsten Geburtstag.
Mein Bruder, Deine Schwester,
die hat Dich ja so gern,
sie nimmt Dich in ihre Arme,
hält Schlechtes von Dir fern.
—
Mein Bruder hat heute Geburtstag,
diesen Bruder, den habe ich lieb,
mein Bruder hat heute Geburtstag,
den 70. ihm das Leben schrieb.
Mein Bruder hat heute Geburtstag,
was in seine Arme mich trieb.
—
Die Jahre zogen an uns schnell vorbei,
nicht alle von ihnen brachten auch Glück,
die Jahre zogen an uns schnell vorbei,
nicht auf alle lohnt ein Blick zurück.
Doch dieser Tag heute hat sich gelohnt,
weil die Liebe in ihm und in uns wohnt
zum Bruder, denn der wird heute siebzig,
wisse, Bruder, Dein Bruder liebt Dich.
—
Kein Preis, der kann ermessen,
wie teuer Du mir, Bruder, bist,
kein Mensch kann je vergessen,
was der Bruder für ihn so ist.
Mein Trost der uralten Tage,
Du kommst sehr oft mir vorbei,
auch ich bin heute gekommen,
Deine 70 sind mir nicht einerlei.
—
Wir reichen uns alle die Hände,
wie die Mutter es uns gelehrt,
bevor wir essen und trinken wollen,
was der Wirt uns hat beschert.
Wir singen die uralten Lieder,
die der Vater uns einst gelehrt,
und gratulieren zu den Siebzig,
dem Bruder, der wird heute geehrt.
—
Ist das Leben Dir aus dem Ruder,
dann frage den großen Bruder,
denn der große Bruder weiß Rat,
wenn er selbst auch Sorgen hat.
Hat der Bruder Dir Geburtstag,
dann eile zu ihm wie der Wind,
denn er ist es, den Du magst,
mit seinen 70 genau wie als Kind.
—
Das Leben ist oft nicht fair,
es nimmt und gibt wenig her,
das Leben kennen wir genau,
jede Frau und jeder Mann.
Unser Bruder war immer fair,
nahm fast nichts, gab viel her,
den Bruder kennen wir genau,
sein 70. hat es uns angetan.
—
Mein großer Bruder, Dein kleiner Bruder
und auch die Schwestern sind heute hier,
mein großer Bruder, Dein kleiner Bruder
und auch die Schwestern gratulieren Dir.
Mein großer Bruder, Dein kleiner Bruder,
der nimmt Dich zu 70 ganz fest in den Arm,
denn Du, großer Bruder, warst schon als Kind
fast wie ein Popstar mein größter Schwarm.
—
Siebzig Jahre, die stehen heute an
einem Bruder, der viel für mich getan,
siebzig Jahre hat er heute erreicht,
mein Bruder hatte es nicht immer leicht.
All dies habe ich niemals vergessen
und wartet auf uns auch ein Festessen,
das alles musste ich ihm einmal sagen,
den ich liebe seit frühen Kindertagen.
—
Brüder, die sind auf der Erde,
dass sie die Liebe verbreiten,
Brüder, die sind auf der Erde,
dass sie miteinander leiden.
Brüder, die sind auf der Erde,
dass sie feiern ein großes Fest,
Brüder, die sind auf der Erde,
dass ein 70. sich feiern lässt.
—
Mein Bruder wird siebzig Jahre alt,
genau am heutigen Tag wird er das,
es gibt etwas zu essen schon bald
und dann machen wir auf ein Fass.
Wer weiß, was morgen geschieht,
wir pfeifen darauf mit einem Lied.